Internetrecht: Chancen und Risiken von öffentlichen WLANs


WLAN-Netzwerke, die auch von Fremden genutzt werden dürfen, sind ein gängiger Service, ohne den beispielsweise Hotels heutzutage kaum noch Geschäftskunden mehr bekommen würden. Auch in Cafes, Flughafen-Lounges, Bibliotheken und vielen anderen öffentlichen Orten sind immer mehr frei zugängliche WLANs zu finden.

 

Toll für denjenigen, der mal eben ins Internet muss, Informationen nachzuschlagen, Emails zu lesen oder ein wenig in den sozialen Netzwerken zu stöbern. Doch wer immer dies im öffentlich zugänglichen Netzwerk tut, sei es nun zu privaten oder geschäftlichen Zwecken, sollte sich der Risiken bewusst sein. Ebenso wie derjenige, der ein solches WLAN-Netzwerk betreibt und/oder Dritten zur Verfügung stellt.

 

Jedem Nutzer sollte dabei klar sein: Alles, was ich in einem Netzwerk tue, deren Nutzer alle dasselbe Passwort (alternativ auch überhaupt keines) verwenden, können eben diese Nutzer auch sehen. Da kann ich auch direkt die Geschäftsberichte an die anderen Cafebesucher verteilen oder mit einem Megaphon auf dem Marktplatz die vertraulichen Vertragsdetails verkünden. Auch Emails oder Kurznachrichten können so von anderen mitgelesen oder der Verlauf der besuchten Webseiten eingesehen werden. Natürlich gehört dazu ein wenig technisches Geschick und eine gute Portion krimineller Energie, um jemanden so auszuspionieren. Aber denken Sie wirklich, Sie wären der erste, dem dies passiert?

 

Übrigens betrifft dies genauso auch bezahlte Zugänge, weil auch bei diesen oftmals nur der Login, nicht aber die weitere Sitzung über sichere, verschlüsselte Verbindungen erfolgt. Merke: Gebühren ermöglichen den Webzugang, garantieren aber nicht Sicherheit! Zu Schutzmassnahmen, die zu Ihren privaten und beruflichen Bedürfnissen passen, wenden Sie sich am besten an einen IT-Spezialisten. 

 

Und wie sieht es aus, wenn Sie das WLAN zur Verfügung stellen? Wer haftet bei einem WLAN-Missbrauch (z.B. bei Urheberrechtsverletzungen), und wie können Sie sich absichern?

 

Bislang ist es so, dass WLAN-Anbieter kostenpflichtige Abmahnungen riskieren, wenn Gäste über das zur Verfügung gestellte Netzwerk, beispielsweise durch Downloads in illegalen Tauschbörsen, die Urheberrechte Dritter verletzten. Das „WLAN-Gesetz“ (seit Ende Juli 2016 in Kraft) sollte in dieser Rechtssicherheit schaffen und die Unternehmen entlasten. Endgültige Klarheit hat das Gesetz jedoch nicht bewirkt, denn auch nach der Gesetzesänderung bleibt zunächst offen, ob gegen Anschlußinhaber als "Störer" ein Unterlassungsanspruch besteht.

 

Die IHK Potsdam empfiehlt: Solange weiterhin Rechtsunklarheit besteht, ist es für WLAN-Anbieter also nach wie vor empfehlenswert, zumindest einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Zunächst sollte die drahtlose Verbindung ausschließlich passwortgeschützt, bzw. verschlüsselt angeboten werden. Darüber hinaus sollte der WLAN-Anbieter die Kunden nachweislich darüber belehren, dass sie über die Verbindung keine urheberrechtlich geschützten Inhalte unbefugt verbreiten und das Urheberrecht verletzen dürfen. Insbesondere muss klargestellt werden, dass die Nutzung von sogenannten „Tauschbörsen“, bzw. "Filesharing"-Programmen nicht erlaubt ist.

 

Details + Quellen: www.ihk-potsdam.de


Die ecos office center wünschen Ihnen erfolgreiche Geschäfte und unterstützen Sie dabei gern mit sicheren und modernen Büros!


Zurück zur Übersicht