Eiswette in Bremen: Ein Kultereignis am Dreikönigstag


Die Eiswette zu Bremen, auf Plattdeutsch auch „Ieswett“ genannt, ist Kult. Alljährlich am Dreikönigstag, dem 6. Januar, wird dieser auf das Jahr 1829 zurückgehende Brauch zeremoniert und zwar um Punkt 12 Uhr am Punkendeich, dem Osterdeich in der Nähe des Sielwalls. Gewettet wird dabei, „of de Werser geiht or steiht“, hochdeutsch die alles entscheidende Frage, „ob die Weser geht oder steht“. Ob also die Weser als stadtprägender Fluss der Hansestadt bereits zugefroren ist oder noch fließt.

 

Die geselligen Bremer Kaufmannszirkel wetteten um alles Mögliche. So wurde, sagt die Legende, bei dem Treffen am 8. November 1828 von den 18 anwesenden Herren, darunter 13 Kaufleute, darum gewettet, ob die Weser am 1. Januar offen oder gefroren sein würde. Wettpreis war damals – und ist es noch heute – ein gemeinschaftliches Kohlessen. Die Eiswette wurde ab da fast jährlich erneuert und durch ein Gelage mit Kartenspiel, vergnüglichen Reden und Belustigungen erweitert. Seit der Weserkorrektion in 1883 fror die Weser kaum jemals zu, und so wurde der Wettausgang ganz pragmatisch einfach ausgelost. 1928 dann begannen die Bremer damit, die noch heute übliche „Eisprobe“ am Dreikönigstag durchzuführen. Wichtigster Mann: Der 99 Pfund schwere „Schneider“ mit seinem heißen Bügeleisen, die drei Könige aus dem Morgenland und der Notarius publicus, der Medicus publicus, der Präsident der Eiswette, das Eiswettpräsidium und die Novizen. Selbstverständlich alle in historischen Kostümen. Die Texte verfasst seit 1994 der norddeutsche Autor Jürgen Kropp. Der Schneider darf darin die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse des Vorjahres karikieren und spöttelnd kritisieren. Seit 1928 wird zudem eine Spendensammlung zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) durchgeführt.

 

Die Wette selbst wird von den so genannten Eiswett-Genossen ausgetragen, die Wettsieger bekommen das Kohlessen von den Verlierern im Rahmen des Stiftungsfestes am dritten Januarsamstag. Unter den etwa 700 Teilnehmern sind prominente Vertreter aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben. Sie werden im Laufe des Abends in zwei Gruppen unterteilt und bekommen per Los zugeteilt, welche Gruppe im Folgejahr auf "Weser zu" bzw. auf "Weser offen" wettet. Rätselhaft ist dagegen, wie man zum Eiswett-Genossen werden kann, festzustehen scheint nur, dass sich dafür niemand bewerben kann. Und ebenso steht fest, dass die Eiswette zu Bremen ein Schauspiel ist, dass alljährlich zahlreiche Bremer und Gäste in seinen Bann zieht.

 

Datum: 6. Januar 2017

Ort: Punkendeich, Bremen

 

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Quelle: www.wikipedia.org


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